Einen herzlichen Dank an Pater Alexander, dass er uns an so einem tollen Platz übernachten ließ, an dem es uns an nichts fehlte. Der Vorteil war auch, dass wir die Disco-Musik, die bis 2 Uhr nachts irgendwo an der Seepromenade voll aufgedreht wurde, nicht ganz so laut hörten. Die Menschen unten auf den Campingplätzen bekamen das voll ab.

Als wir starteten, war die Powerbank voll, die Handies geladen, das Geschirr mal wieder richtig sorgfältig gespült und ein Satz Radklamotten hing ausgewaschen zum Trocknen am Tandem verteilt.
Unsere Route führte uns bis am Nachmittag noch am Lago Maggiore und am Lago d‘ Orta entlang.

Die Seen waren der Teil der Strecke, vor dem ich am meisten Bammel hatte. Ich fürchtete, dass dort zu viel Verkehr mit zu vielen rücksichtslosen Autofahrern wäre.
Das hat sich aber gar nicht bewahrheitet. Es gab keine einzige brenzlige Situation, wir wurden mit unserem Gespann nicht angehupt oder bedrängt. Und das obwohl wir bei Steigungen ja wirklich extrem langsam sind und die Autos manchmal sehr geduldig warten müssen, bis sie uns überholen können.
Gegen Mittag und am frühen Nachmittag wurde es sehr heiß. Der Schweiß lief uns nicht nur den Rücken runter, sondern quoll irgendwie überall raus. Da kamen wir auf die Idee, uns am See etwas abzukühlen. Das konnte man aber komplett vergessen. An jedem Zugang zum See waren Absperrungen und Verbotsschilder mit dem Zusatz „Privata“ angebracht. Der See war so nah und doch nicht erreichbar.
So fand die Mittagspause mal wieder im Schatten einer Kirche statt. Die Holzbank an der Kirchenmauer war Sitzplatz, Tisch und „Liege“ für ein kurzes Nickerchen zugleich. In eine weitere Kirche setzten wir uns am Nachmittag, um ein wenig abzukühlen, als wir beide ziemlich schlapp waren, weil uns die Hitze zu setzte. Kirchen sind toll. Neben dem eigentlichen Zweck geben sie Schatten, Kühle, Wärme, Strom, Ruhe sowie Schutz vor Wetter aller Art. Und es duftet manchmal nach Kerzen.
Als wir weiterfuhren, entdeckten wir durch Zufall die angeblich beste Eisdiele im Umkreis von 50 Kilometern. Eigentlich hatten wir eine Tankstelle anvisiert, wo wir uns ein kühles Getränk kaufen wollten. Die Tankstelle war geschlossen. Stattdessen landeten wir gegenüber bei einer Eisdiele. Es gab dort keine Tische, sondern nur zwei Bänkchen vor dem Laden. Es ging zu wie in einem Taubenschlag. Viele Leute ließen sich auch Eis in Styroporboxen abfüllen, um es mit nach Hause zu nehmen. Und in Gefrierschränken gab es Eistorten, die extrem lecker aussahen.

Landschaftlich war die heutige Tour kein Highlight. Wir sahen auch viele leerstehende und heruntergekommene Geschäfte oder Fabriken. Wir denken, dass es ab morgen wieder etwas interessanter wird. Wir müssten bald das Aosta-Tal erreichen.

In einem Örtchen namens Maggiora werden wir heute übernachten und zwar beim „Campo Sportivo“. Hier gibt es Toiletten und Waschbecken mit warmem Wasser. Eine Dusche lässt sich improvisieren. Picknicktische gibt es auch. Da wir alles in der „Vespertasche“ haben, was wir für ein Frühstück brauchen, steht dem morgen früh auch nichts im Weg.
An dem Sportplatz gibt es einen Sprudelautomaten. Für 5 Cent kommt ein Liter Wasser raus. Entweder als stilles Wasser oder mit Kohlensäure.


Alles war schön aufgebaut – das Bett gerichtet, die Schuhe und Helme unter dem Anhänger, alle Taschen und Turtle-Zubehör im Vorzelt verstaut. Ich kam gerade aus der provisorischen Dusche, als Andreas mit runzelnder Stirn über dem Handy brütete und meinte, wir sollten für die Nacht lieber unter ein Dach umziehen. Es sei Regen und vor allem Gewitter angekündigt. Mitten in der Nacht umzuziehen sei viel blöder. Also hieß es: das Vorzelt wieder ausräumen und den Turtle um das Gebäude herum tragen, wo ein riesiges Dach ist. Vorsichtshalber fragten wir noch ein paar Leute, die mit ihren Kindern nebenan auf dem Spielplatz waren. Die sahen auch keinen Grund, warum wir nicht unter das Dach könnten, zumal wir am nächsten Morgen ja wieder gehen würden.

So steht der Turtle jetzt unter einem riesigen offenen Dach, wo ich schon mindestens zwei Videokameras entdeckt habe. Hier sind wir und das Tandem also wohl auch sicher.
Tageskilometer: 72
Höhenmeter: 437
Hallo Ihr Lieben,
spannende Übernachtungsplätze, die Ihr Tag für Tag zielsicher findet. Die Etappen-Stories sind wie immer toll beschrieben und mit vielen Fotos angereichert, wir zuhause Gebliebene radeln quasi immer einen Tag hinter Euch her. Lasst Euch bitte „gaaaaanz viiiiel“ Zeit für die Strecke, damit wir noch lange so gut und kurzweilig unterhalten werden!
Hallo Ihr Lieben,
spannende Übernachtungsplätze, die Ihr Tag für Tag zielsicher findet. Die Etappen-Stories sind wie immer toll beschrieben und mit vielen Fotos angereichert, wir zuhause Gebliebene radeln quasi immer einen Tag hinter Euch her. Lasst Euch bitte „gaaaaanz viiiiel“ Zeit für die Strecke, damit wir noch lange so gut und kurzweilig unterhalten werden!
Ihr könnt richtig stolz sein,wahnsinns Strecke,tolle Bilder,nicht nur für euch auch für uns daheim und die vielen schönen Momente und Erlebnisse, gute Fahrt weiterhin