Tag 34 – Halber Weg zum Col de l’Iseran

Andreas hatte schon gestern eine Bäckerei für das Frühstück heute ausgesucht. Diese wurde im Internet in den allerhöchsten Tönen gelobt. Außerdem haben wir gestern den letzten Kaffee getrunken, den Inge uns geschenkt hatte und der Nachschub war noch nicht eingekauft.

Die Bäckerei war tatsächlich klasse und besonders wichtig war, dass sie Rosinenschnecken für Andreas hatten.

Weil wir mit dem Stilfser Joch den zweithöchsten asphaltierten Alpenpass befahren haben und der höchste asphaltierte Alpenpass ja mehr oder weniger auf dem Weg liegt, wollten wir uns den natürlich auch nicht entgehen lassen. Allerdings beschlossen wir, den nicht an einem Stück zu fahren, sondern aufzuteilen.

So fuhren wir heute erst mal nur 30 Kilometer bis Val d’Isere, wo wir uns eine Bleibe für die Nacht suchen wollten.

Tea-time
Stau-Mauer

Wir kamen am Nachmittag dort an und standen gerade bei einer Bushaltestelle, als es anfing, zu regnen. So setzten wir uns bequem auf ein Bänkchen und warteten bis es aufhörte. Ein junger Mann kam mit einem Welpen auch zur Bushaltestelle. So war das Warten sehr kurzweilig.

Hier scheint alles für den Wintersport-Tourismus ausgelegt zu sein und es stehen riesige Hotels hier rum. Der Ort gefällt uns genauso wenig wie Cortina d’Ampezzo.

Hier können sich die Urlauber direkt an der Straße sportlich betätigen

Während einer Regenpause wechselten wir von der Bushaltestelle in ein Café. Dort brüteten wir über der geplanten Strecke bis Nizza. Geplant war eigentlich, in Nizza ein paar Tage zu bleiben und dann die Rückreise anzutreten, die ja bis Lyon auch nochmal bergig wird. Allerdings ist uns die Lust auf die Stadt komplett vergangen, als wir die Preise für Unterkünfte gesehen haben. Wahnsinn!! Deshalb haben wir beschlossen, gleich in den Bergen zu bleiben und etwas oberhalb von Nizza auf die Strecke für die Rückfahrt zu stoßen. Vielleicht gehen wir dann doch mal für ein paar Nächte auf einen Campingplatz, um ein paar Tage nur auf der faulen Haut zu liegen. Wenn wir uns das Getümmel hier ansehen, ist uns die Lust auf das Meer komplett vergangen.

Um 18.30 Uhr hatten wir noch keinen Übernachtungsplatz. Weiterfahren wäre Wahnsinn gewesen denn da käme jetzt lang, lang, lang nichts…

Letztendlich wurden wir doch noch fündig. Das ist diesmal etwas gewagt, aber was soll’s. Und zwar stellen wir den Turtle in eine Art Fahrradschuppen, der aber ziemlich zentral gelegen ist. Super ist, dass es hier eine Art Schließfächer mit Steckdosen gibt. Wir können also die Handies laden und morgen früh Kaffee kochen.

Andreas nahm noch Wartungsarbeiten am Tandem vor. Diesmal mussten die Bremsbeläge vorne gewechselt werden.

Heute haben wir mehrere Leute getroffen, die uns gesagt haben, dass sie uns gestern oder heute schon mal gesehen haben. Gestern bekamen wir sogar in einem Ort heftigen Applaus, als wir einrollten. Eine Hotel-Terrasse saß voll mit Leuten. Irgendjemand fing an zu klatschen und plötzlich klatschen alle. Wir strahlten bis über beide Ohren.

Hier fuhr heute eine grüne Corvette durch den Ort. Niemand klatschte.

Tageskilometer: 34

Höhenmeter: 1010


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