Tag 49 – Gipfeltreffen der Giganten 😉

Das Thermometer zeigte heute Morgen gerade mal 8 Grad an. Wieder einmal war ich sehr froh, zwei SchlafsĂ€cke fĂŒr mich dabei zu haben. Hans und Donatha sei Dank.

Eigentlich hĂ€tten wir schon frĂŒh auf die Strecke gehen können, aber das LebensmittellĂ€dchen machte spĂ€ter auf als es angegeben war. Als dann unsere VorrĂ€te aufgefĂŒllt waren, konnte es losgehen.

Schon bald zog ich den Anorak, die Handschuhe und die lange Hose wieder aus. Es wurde nÀmlich schnell wÀrmer.

Andreas hat ĂŒbrigens mein zerrupftes Oberteil mit der Schere seines Schweizer Taschenmessers bearbeitet und es somit gerettet. Es ist jetzt zwar kĂŒrzer, aber immerhin noch langĂ€rmelig.

Wir radelten erst einmal eineinhalb Stunden. Dann war es Zeit fĂŒr eine kleine Pause mit einem zweiten FrĂŒhstĂŒck.

Die Mittagspause machten wir beim Chalet Raynard. Da gibt es draußen jede Menge Picknicktische. Wir setzten uns, um zu essen und eigentlich wollten wir die Pause relativ kurz halten. Das konnten wir aber vergessen. Wir wurden von so vielen Leuten angesprochen, mussten so viele Fragen beantworten und wurden so oft fotografiert….

Irgendwann konnten wir uns aber doch loseisen und es ging weiter dem Gipfel entgegen. Wir waren mit Sicherheit das lÀngste und schwerste unmotorisierte Fahrzeug, das heute zum Gipfel des Mont Ventoux unterwegs war.

Das Wetter war wunderschön. Es hÀtte nicht besser sein können. Erst auf den letzten zwei Kilometern kam der Wind und es wurde kalt.

Das letzte StĂŒck war auch steiler, aber man sah den Turm vor sich. Das motivierte zusĂ€tzlich. Und dann war der „gigantische Monstertruck“ auf dem Gipfel des sogenannten „Giganten der Provence“. Ein Rennradfahrer rief uns zu, als wir die letzten zwei Kilometer nach oben kurbelten:“Ihr seid echt krass!“

Auch bei der Auffahrt sagten mehrere Briten, die mit ihren 7-kg-RennrĂ€dern an uns vorbeizogen:“Oh, my god! That looks like hard work. I’m impressed!“

Es war sehr interessant zu sehen, wer da alles nach oben fĂ€hrt. Da sah man Eltern mit ihren Kindern, junge Menschen aber auch sehr alte Menschen, welche mit Elektro-UnterstĂŒtzung und ganz viele ohne, Leute, die auch noch einen Kilometer vor dem Gipfel vorbeirauschten als wĂ€re es nichts, aber auch welche, die nur noch auf „Überlebensmodus“ liefen.

Als wir uns ausreichend der Freude ĂŒber das Erreichen des Gipfels hingegeben hatten, rollten wir runter nach Malaucene. Allerdings stoppten wir zweimal sicherheitshalber, um die Bremsen etwas abkĂŒhlen zu lassen.

Wir wollten noch ein bisschen Strecke machen und fuhren deshalb noch bis Nyons.

Kurz bevor wir in die Stadt fuhren, sahen wir einen Wegweiser zum Stadion. Wir bogen dorthin ab. Es waren einige Leute da, weil heute Abend ein Fußballspiel stattfinden wĂŒrde. Wir fragten nach dem Verantwortlichen auf dem GelĂ€nde und wurden zu ihm gebracht. Es war der PrĂ€sident des Vereins. Er sah in etwa so aus wie ein TĂŒrsteher vor der Diskothek. Auf die Frage, ob wir hier kurz duschen dĂŒrfen meinte er:“Ja, kein Problem.“ Er brachte uns in einen Raum, der wohl den Trainern oder Schiedsrichtern vorbehalten war. Nach der Dusche sahen wir, dass man hier auch eine Kleinigkeit essen und trinken konnte. Das Essen wurde auch von dem PrĂ€sidenten zubereitet. Der Typ war ziemlich cool. Er reichte uns sogar zwei StĂŒhle ĂŒber die Theke. Wir waren damit die Einzigen, die zum essen und trinken sitzen durften. Wir fragten ihn, ob denn das Tor am Eingang zum GelĂ€nde offen bleibt, oder ob es geschlossen wird. Wir wĂŒrden nĂ€mlich gerne hier bleiben, wenn es okay wĂ€re. Auch dazu meinte er, das sei kein Problem. Das kleine Tor wĂŒrde offen bleiben. Damit kĂ€me man mit dem Fahrrad raus. Er sagte uns auch, wo wir den Turtle aufstellen sollen, damit wir es möglichst ruhig haben. Das war so genial. Wir freuten uns riesig: wir waren geduscht, hatten etwas gegessen und schon einen Schlafplatz mit Erlaubnis. Besser geht es fast nicht.

Hier sind wir jetzt: Bei dem blauen Punkt mit dem A.

Tageskilometer: 74

Höhenmeter: 1.282


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2 Kommentare zu “Tag 49 – Gipfeltreffen der Giganten 😉”

  1. Gratulation Ihr Ventoux-Turtels! Die Franzosen mĂŒssen nun leider di Gipfelhöhe um mindestens 1-2 Meter verringern, denn der Gigant der Provence verneigt sich vor Euch! Chapeau, diese Leistung wird Euch selbst und vielen Anderen in Erinnerung bleiben.

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