Tag 6 – Weiter durch Wallonien

Einen kleinen Vorteil hat die Trockenheit: wir können immer ein trockenes Zelt abbauen und müssen nicht warten bis es abgetrocknet ist, oder es gar trockenreiben. Das erste Frühstück heute bestand aus ein paar Prinzenrollen-Keksen und Wasser.

Das musste reichen, bis wir nach 13 km einen Lebensmittelladen fanden, wo wir ein paar Vorräte für den Tag kaufen konnten. Zwei Becher Kaffee erstanden wir dann noch an einer Tanke.

Im Hintergrund die Tanke, bei der wir den Kaffee kaufen konnten.

In der Nähe der Tankstelle setzen wir uns zum Frühstück auf ein Bänkchen mit Blick auf den Fluss „La Meuse“ . Das Ambiente war zwar nicht besonders schön (Straße und Tanke hinten dran), hatte aber den Vorteil, dass wir nach dem Frühstück gleich noch die Toilette der Tankstelle benutzen konnten. Erst nach einem Frühstück kann der Tag für uns richtig starten.

Im Vergleich zu gestern war die Strecke heute richtig einfach und angenehm. Naja, abgesehen von einer Engstelle auf dem Radweg, bei der wir den Hänger abkoppeln mussten, um durchzupassen.

Wir befuhren heute mehrmals Bahntrassenradwege, auf denen es sich prima dahinrollen ließ.

Erstens sind die Strecken auf ehemaligen Bahntrassen nie steil und außerdem hat man rechts und links des Weges Bäume, so dass es wesentlich kühler ist als auf der normalen Straße.

Und wenn man durch die Tunnel fährt, möchte man am liebsten drinnen stehen bleiben, weil es darin nochmal ein paar Grad kälter ist.

Als wir gegen Mittag eine Frau um etwas heißes Wasser baten (wir haben Instant-Kaffee dabei), schenkte sie uns noch zwei Orangen dazu und erzählte, dass ihr Sohn mit seinen zwei kleinen Kindern gerade auf dem Loire-Radweg unterwegs sei.

Jetzt zu euren Kommentaren: ihr habt völlig recht!!

Ich denke, die Leute sind fasziniert von unserer Art zu reisen, würden es sich selbst aber nicht zutrauen, zumal man dabei auch auf die eine oder andere Annehmlichkeit verzichten muss.

Eine kleine Annehmlichkeit: der Teebeutel in der Wasserflasche sorgt für einen besseren Geschmack, der ansonsten aufgewärmten „Plörre“

Tatsächlich genießen wir auf unseren Radreisen die Freiheit. Wir haben keine Termine und niemand sagt uns, wann wir wo sein müssen. Das bestimmen wir alles selbst.

Zeit für ein Picknick…

Wenn wir Durst haben, trinken wir etwas. Wenn wir Hunger haben, essen wir etwas – egal was die Uhr anzeigt. Wenn wir eine Pause brauchen, dann nehmen wir sie uns.

… und die „Vorlese-Stunde“

Und wenn wir müde werden, dann suchen wir uns eine Übernachtungsmöglichkeit.

Es ist schön, sich den ganzen Tag einfach treiben lassen zu können.

Getrockneter Flachs

Natürlich erfordert so eine Reise eine gewisse Disziplin. Schließlich wollen wir ja mit unserem Wahnsinnsgepäck auch vorwärts kommen, sonst müssten wir gar nicht erst losfahren (Heribert, wir fragen uns übrigens auch, wie wir das jeden Tag machen). Entsprechend stolz sind wir aber am Abend auf uns selber. Dennoch staunen wir, wie verhältnismäßig wenig man braucht, um wunderbare Reisen zu erleben.

Vor allem, wenn man bereit ist, die Komfortzone der eigenen vier Wände zu verlassen und sich auf ungewohnte Gegebenheiten einzulassen. Da warten jede Menge Abenteuer und sooooo viel Spaß – das könnte man niemals so buchen.

Dieser Duft übertüncht den „Duft“ des verschwitzten Trikots…

Wir genießen diese Freiheit, aber genießen es auch, zu wissen, dass am Ende einer Reise unser „rodes Hiesl“ wieder auf uns wartet und es Menschen gibt, die sich auf uns freuen.

Wir durften unser Zelt heute übrigens bei einer Sportstätte aufbauen. Momentan wird hier noch Fußball, Badminton und Tennis gespielt, aber wenn das Training vorbei ist, ist es bestimmt schön ruhig. Außerdem gibt es hier natürlich Duschen und die dürfen wir benutzen. Jippiehhh! Aus dem Duschsack kommt das Wasser nur mehr oder weniger tröpfchenweise. Eine richtige Dusche ist da schon ein erfreulicher Luxus! 😉

In den Hauptstädten eines Landes gönnen wir uns eine Übernachtung im Hotel. So auch morgen in Brüssel – nach dem siebten Reisetag.

Weil wir noch nie in Brüssel waren, haben wir die Stadt noch in den Track „eingeflickt“

Tageskilometer heute: 82


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